Die diesjährige F1-Saison ist richtig spannend, denn der langjährige Dominator Mercedes-Benz hat inzwischen mächtigen Wind im Gesicht. In Monza startet Red Bull Pilot Max Verstappen als aktuell Führender in der Fahrerwertung – mit drei Punkten Unterschied zu Lewis Hamilton.
Achim Stahn
 
Die Rennstrecke Eni Circuit Monza ist exakt 5,793 Kilometer lang.
Sie liegt im Königlichen Park der Stadt Monza nordöstlich von Mailand. 
 
Der Highspeed-Kurs war in den vergangenen Jahren das Revier von Lewis Hamilton. 
Das britische Ausnahmetalent feierte dort schon fünf Siege. 
 
Doch diesmal werden die Karten neu gemischt.
Der Silberpfeil ist nicht mehr so überlegen wie früher, Max Verstappen und Red Bull Racingsind top in Form. 
Erst recht nach den beiden GP-Siegen in Belgien und in den Niederlanden. 
 
Trotz der Corona-Pandemie sollen diesmal Zuschauer dabei sein. 
Maximal 28.000 können am Sonntag den Großen Preis von Italien vor Ort erleben. 
 
Die Teams sind schon ein paar Tage vorher angereist, richtig los geht es allerdings erst heute.
Am Freitag (10. September) beginnt das erste Training.

 

Termine: Training, Qualifying und Rennbeginn

  • 1. Training am Freitag ab 11.30 Uhr
  • 2. Training am Freitag ab 15.00 Uhr
  • 3. Training am Samstag ab 12.00 Uhr
  • Sprint-Qualifying am Samstag ab 15.00 Uhr
  • Rennen am Sonntag ab 15.00 Uhr
Mehr zur Strecke und zur Vorbereitung erzählt uns hier wieder ein Profi:
Toto Wolff, Teamchef vom Mercedes-AMG Petronas Formula One Team.

Die Fotos: auch diesmal von Steve Etherington und LAT Images.

Top-Infos von Toto Wolff

In dieser Saison erwarten uns noch neun Rennen und die Intensität des Titelkampfs wird dabei weiter zunehmen, unser Ziel ist jedoch klar.
 
Am vergangenen Wochenende haben wir in Zandvoort nicht alle Puzzleteile richtig zusammengefügt. 
Wir gingen einige Risiken ein und gaben unser Bestes, aber es hat nicht gereicht.
Mit dem Doppelpodium konnten wir solide und wertvolle Punkte einfahren und unseren Vorsprung in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft ausbauen. 
Uns ist aber bewusst, dass wir uns konstant in Bestform präsentieren müssen, wenn wir unser Ziel erreichen und diese Saison ganz oben abschließen möchten.
 
Zum Abschluss dieses Triple-Headers erwarten uns in Monza eine komplett andere Strecke.
Und somit eine neue Herausforderung. 
Das ist für uns alle im Team aufregend. 
 
Monza ist eine historische und einzigartige Strecke, mit den niedrigsten Abtriebs-Werten der Saison, der größte Teil einer Runde wird mit Vollgas gefahren. 
Gleichzeitig ist es das zweite Rennwochenende mit Sprint-Qualifying. 
Das verleiht dem Ganzen eine zusätzliche Würze. 
Wir sammelten in Silverstone erste Erkenntnisse über das neue Format, freuen uns darauf, diese nun umzusetzen.
 
Die Atmosphäre in Zandvoort war unglaublich und es ist fantastisch, dass wir in diesem Sport so viele leidenschaftliche Fans haben. 
In Monza werden wir nicht so viele Zuschauer haben.
Aber die Atmosphäre wird trotzdem großartig sein. 
Auf dieser Strecke erleben wir stets spannende F1-Rennen.
So scheint abermals alles für ein unterhaltsames und actionreiches Wochenende angerichtet zu sein.
 
Lewis Hamilton und Teamkollege Valtteri Bottas (rechts) wollen das Rennen in Monza auf den vordersten Plätzen beenden

 
Zahlen & Fakten: Italien Grand Prix

  • Der Italien Grand Prix ist das zweite Rennwochenende in dieser Saison, an dem das neue Rennwochenendformat mit Sprint-Qualifying getestet wird. Am Freitag werden ein Freies Training und das normale Qualifying ausgetragen, am Samstag folgen ein weiteres Training sowie das Sprint-Qualifying-Rennen und am Sonntag der normale Grand Prix.
  • Monza trägt nicht ohne Grund den Spitznamen “Temple of Speed“: 78% der Rundenzeit und 85% der Rundendistanz werden mit Vollgas zurückgelegt. Der höchste Wert aller F1-Strecken.
  • Der Windschatten ist in Monza unheimlich stark und wirkt sich oft auf die Qualifying-Strategie aus. 2020 betrug der Unterschied zwischen einer Runde mit beziehungsweise ohne Windschatten rund 0,7 Sekunden.
  • Auf einer Runde wird nur 36 Mal geschaltet, einer der niedrigsten Werte im F1-Rennkalender. Grund dafür: einen Großteil der Runde wird auf den langen Geraden im 8. Gang gefahren.
  • Man würde vielleicht denken, dass in Monza die höchste Geschwindigkeit aller Strecken im Kalender erreicht wird, aber dem ist nicht so. Mit 340 km/h erreichen die Fahrzeuge hier den dritthöchsten Wert der Saison, hinter Frankreich (341 km/h) und Mexiko (350 km/h).
  • In Monza fahren die Autos mit dem geringsten Abtrieb des Jahres und die Teams bringen zu diesem Rennen spezielle Heckflügel mit. Beim Italien GP wird in jedem Jahr darüber diskutiert, aber es stimmt noch immer: man könnte selbst mit diesem Abtriebsniveau noch an der Decke entlang fahren, zumindest in der Theorie.
  • Die Leistung spielt beim Italien GP eine bedeutende Rolle, selbst ein kleiner Leistungszuwachs kann hier einen großen Einfluss auf die Rundenzeit haben. Das liegt zum Teil an den langen Geraden, aber auch daran, dass es viele langsame Kurvenausgänge gibt, die auf diese Geraden führen. Deshalb benötigt man viel mehr Leistung in den Beschleunigungszonen.
  • Das niedrigere Abtriebsniveau und die langen Geraden sorgen dafür, dass die Reifentemperaturen in Monza sinken. Das verursacht mehr stehende Vorderräder als auf anderen Strecken. Zudem hat es Einfluss auf die Bremsstabilität, da das Auto beim Bremsen nervöser und unvorhersehbarer reagiert. Auch das erhöht die Gefahr eines Verbremsers. Die Fahrer können in den langsamen Schikanen und den starken Bremszonen viel Zeit gutmachen, dafür verzeihen die Auslaufzonen keine Fehler.
  • Die schnelle Curva Grande (Kurve 3) und die Parabolica (Kurve 11) gleichen die langsamen Schikanen aus und führen dazu, dass in Monza die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit aller F1-Strecken erreicht wird.
  • Aufgrund der vielen Beschleunigungszonen aus langsamen Kurven heraus kommt es in Monza sehr auf den mechanischen Grip an. Entsprechend wichtig ist die Traktion, die nur auf zwei weiteren Strecken in dieser Saison wichtiger ist.
  • Die Kerbs am Kurvenausgang bieten in Monza nur wenig Traktion und sind sehr uneben. Da das Herausbeschleunigen auf die langen Geraden sehr wichtig ist, müssen die Fahrer die Kerbs manchmal am Kurvenausgang meiden, um bestmöglich aus der Kurve herauszukommen.
  • Die Durchschnittstemperatur beträgt in Monza 25°C. Damit ist es eines der heißeren Rennen im 2021er Rennkalender. Die durchschnittliche Streckentemperatur liegt bei 40°C und damit am unteren Ende der Skala. Grund dafürr: der Asphalt ist heller (grau im Vergleich zu schwarz), nimmt so die Hitze weniger auf. Zudem werfen die Bäume im Park zu Monza viele Schatten.
  • Aufgrund seines High-Speed-Charakters ist der Italien GP oftmals ein sehr kurzes Rennen. Ohne Unterbrechungen dauert er rund eine Stunde und 15 Minuten. Die kurzen Rundenzeiten bedeuten aber auch, dass die Teams im Training und Qualifying mehr Runden fahren können.
  • In einigen Kurven kommt es in Monza stark darauf an, wie gut sich das Auto auf den Kerbs am Kurveneingang verhält, so etwa in Ascari. Wenn das Auto hier stabil auf den Kerbs liegt, kann der Fahrer den Kurveneingang in Turn 8 richtig attackieren und die Kurven 9 und 10 beinahe gerade durchfahren. Wird das Auto auf den Kerbs unruhig, können Fahrern schnell Fehler unterlaufen und sie verlieren dadurch viel Zeit. 
 

So wie hier beim Großen Preis der Niederlande will Lewis Hamilton den GP Italien feiern … natürlich auf dem ersten Platz.

 

 

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