Nach dem Ende der Sommerpause beginnt die zweite Hälfte der Formel 1-Saison 2021 mit dem Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps. Dort begann vor vielen Jahren die heute noch unglaubliche Karriere von Michael Schumacher im Rennstaal von Eddie Jordan.

Wie immer, informiert uns auch diesmal Toto Wolff, Teamchef vom Mercedes-AMG Petronas Formula One Team, über die Strecke und die aktuelle Situation.

Die tollen Mercedes-Fotos kommen von Steve Etherington, LAT Images und Jiri Krenek.

Teamchef Toto Wolff und Lewis Hamilton

Toto Wolff über Belgien
 
Diese Saison ist bislang definitiv eine der intensivsten, an die ich mich in der Formel 1 erinnern kann. Der Titelkampf ist noch lange nicht vorbei und nach ein paar Wochen abseits der Rennstrecken sind wir alle heiß darauf, wieder an die Arbeit zu gehen.
 
Die Sommerpause ist eine wichtige Zeit für das gesamte Team. 
Sie bietet allen Teammitgliedern die unschätzbar wertvolle Gelegenheit, sich zu erholen und ihre Akkus wiederaufzuladen. 
Das gilt ganz besonders, wenn man bedenkt, wie viele Aufgaben und was für ein WM-Kampf uns in der anstehenden zweiten Saisonhälfte noch erwarten. 
Im Herzen sind wir alle Racer und obwohl wir die verdiente Pause genossen haben, sind wir alle gespannt darauf, wieder das zu tun, was wir so sehr lieben: Rennen zu fahren!
 
Vor dem Rennwochenende in Spa-Francorchamps befinden wir uns in einer guten Position. 
Wir führen beide WM-Wertungen an und der W12 scheint nach den Upgrades aus Silverstone und einer ermutigenden Performance in Ungarn besser zu laufen. 
Aber wir wissen, dass noch ein langer Weg vor uns liegt. 
Diese Saison steckte bislang voller Höhen und Tiefen und es kann noch sehr viel passieren.
 
Spa ist eine Strecke, die wir alle kennen und lieben.
Ein echter Formel 1-Klassiker.
Mit ikonischen Kurven, langen Vollgaspassagen und einer wundervollen Kulisse. 
Die Strecke ist eine enorme Herausforderung, für die Fahrer und Rennwagen. 
Sie bietet die längste Runde des Jahres, viele Höhenunterschiede und Kurven, in denen sehr hohe G-Kräfte wirken.
 
Zudem ist Spa für seine unvorhersehbaren Wetterbedingungen bekannt, die uns immer wieder vor unerwartete Überraschungen stellen können. 
Der Belgien Grand Prix sorgt stets für aufregende und unterhaltsame Renne.
Ist deshalb der perfekte Ort, um in die zweite Saisonhälfte zu starten. 
Auf geht’s!

 


 
Zahlen & Fakten: Belgien Grand Prix

  • Spa-Francorchamps ist mit einer Länge von 7,004 km die längste Strecke im aktuellen Rennkalender. Aus diesem Grund werden hier mit nur 44 Umläufen die wenigsten Rennrunden des Jahres absolviert.
  • Die lange Rundendistanz in Spa sorgt für einige einzigartige Herausforderungen, zum Beispiel, wenn ein Auto früh in der Runde beschädigt wird. In diesem Fall liegt noch ein langer Weg vor dem Fahrer, um es an die Box zurückzubringen. Auch das Wetter kann sehr wechselhaft sein und die Bedingungen können sich von Kurve zu Kurve unterscheiden. Eine lange Runde bedeutet auch, dass die Teams im Training sowie Qualifying nicht so viele Runden fahren können. Dadurch erhalten die Fahrer weniger Gelegenheiten, um einzelne Kurven zu trainieren und ihr Limit zu finden.
  • In Pouhon (Kurve 10) wirken mit 5,3 g die höchsten seitlichen G-Kräfte der Saison auf die Fahrer ein.
  • Die Fahrer stehen von La Source (Kurve 1) bis zur Bremszone für Les Combes (Kurve 5) für beinahe 23 Sekunden und 1,875 km auf dem Gaspedal. Die Vollgaspassage von Kurve 14 bis 18 ist einen Tick kürzer.
  • Aufgrund des langen Weges bis Kurve 5 ist der Kurvenausgang von La Source eine der wichtigsten Stellen der Strecke. Das gilt besonders auf der ersten Runde, wenn das Feld noch eng zusammenliegt. Die Kurve ist stark gewölbt, weshalb es leicht ist, einen Fehler zu machen und das rechte Vorderrad zu blockieren.
  • In Spa gibt es mit rund 100 Metern den größten Höhenunterschied in der Formel 1. Der höchste Punkt ist Les Combes (Kurve 7), der niedrigste Stavelot (Kurve 15).
  • Fahrer und Fahrzeuge erleben in Eau Rouge und Raidillon (Kurven 2 und 3) eine starke Kompression, da der Kurveneingang bergab und der Kurvenausgang bergauf liegt. Die Fahrer erreichen beinahe Topspeed und fahren am Ende der Geraden so schnell das Auto kann, bevor sie durch diesen Abschnitt fahren. Das führt zu einer vertikalen Kompression von 3 g.
  • Aufgrund dieser Kompression durch Eau Rouge und Raidillon müssen die Teams Veränderungen am Fahrzeugsetup bedenken und vornehmen. Dies betrifft zum Beispiel die Bodenfreiheit, die vorne erhöht werden muss, um mit den Kräften umgehen zu können, die über die Reifen und Aufhängung auf das Auto einwirken.
  • Wegen der langen Geraden ist der Windschatten hier sehr stark, besonders im Bereich zwischen Raidillon und Les Combes. Auf der ersten Runde wird dieser Effekt sogar noch verstärkt, weil die Fahrer von mehreren Konkurrenten Windschatten erhalten.
  • Der Weg von der Pole bis zur ersten Bremszone ist mit nur 163 Metern der drittkürzeste im aktuellen Formel 1-Kalender. Das ist mehr als fünfmal so kurz wie der längste Weg in Sotschi (890 Meter).
  • In Spa werden 82% einer Runde mit Volllast gefahren, der zweithöchste Wert aller F1-Strecken in dieser Saison. Nur in Monza ist der Vollgasanteil mit 85% höher.
  • Die Fahrer schalten während einer Runde in Spa 44 Mal, einer der niedrigeren Werte des Jahres. Der Grund dafür ist, dass ein Großteil der Runde mit Vollgas oder im höchsten Gang gefahren wird. Gleichzeitig folgen die meisten Kurven, für die geschaltet werden muss, dicht aufeinander, zum Beispiel zwischen Kurve 5 und 7. Deshalb gibt es im Verlauf einer Runde nur sechs Stellen mit aufeinanderfolgenden Gangwechseln.
  • Im ersten und dritten Sektor gibt es in Spa lange Geraden und Vollgaspassagen, der zweite Sektor ist viel kurviger. Das erschwert die Suche nach der richtigen Balance und erfordert einen Setup-Kompromiss, besonders im Hinblick auf die Flügeleinstellungen. Ein größerer Flügel ist schneller im Mittelsektor, macht dich jedoch auf den Geraden angreifbar. Ein kleinerer Flügel bietet auf den langen Vollgasabschnitten weniger Luftwiderstand, sorgt aber in den engen Kurven nicht für den gleichen Grip.
  • Aufgrund der langen Tradition und der ikonischen Kurven ist Spa eine der wenigen Strecken in der Formel 1, in der die Ingenieure alle Kurven beim Namen und nicht mit der Nummer nennen.

 

 

Hier noch ein paar Fotos von Williams Racing und Red Bull Honda

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Von Stahn

Ein Gedanke zu „Formel 1: es geht an diesem Sonntag in Spa weiter, um 15 Uhr beginnt das Rennen“

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